Perspektiven für Kultur

Wir stellen vor: 14 Kulturschaffende mit 13 Projektideen für und in Stormarn

„Perspektiven für Kultur“ heißt das neueste Förderprogramm vom Kreis Stormarn und den Stiftungen der Sparkasse Holstein. 14 Kulturschaffende mit 13 Projektideen werden durch Coachings und mit Fördergeldern unterstützt.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Pandemie insbesondere die soloselbstständigen Kulturschaffenden hart getroffen hat. Jedoch ist es gerade jene Gruppe, die neue Ideen und Impulse für die eigene Region setzen kann. Aus diesem Grund haben der Kreis Stormarn und die Stiftungen der Sparkasse Holstein gemeinsam ein besonderes Förderprogramm ausgerufen: „Perspektiven für Kultur“. 30.000 EUR gehen in Form von Workshops, Coachings und Fördergeldern an Kulturschaffende aus Stormarn. Gefördert werden gute Ideen aber auch ganz praktische Vorhaben – wie die Erstellung einer Website – die den Kulturschaffenden dabei helfen sollen, ihrer Arbeit auch mit und nach der Pandemie gut nachgehen zu können. Die Preisträger:innen stehen nun fest – hier stellen wir sie vor. 

zusammen

Edwin Panier und Finn Zielsdorf – „Herbstmarkt“

„Uns bot sich im Februar dieses Jahres die Möglichkeit, Räumlichkeiten auf einem Resthof in Mühlenrade zu mieten. Unsere Intention ist es, dort das Zentrum unseres künstlerischen Schaffens entstehen zu lassen und dieses zu teilen. Wir wollen einen kulturellen Raum in Stormarn schaffen, in dem wir unserer Kunst nachgehen und mit der Öffentlichkeit teilen können. Wir wünschen uns, dass dieser Ort den Austausch zwischen Künstlern aller Disziplinen und Interessierten ermöglicht. Neben uns sind auch noch zwei mit Holz und eine mit Ton arbeitende Künstler:innen auf dem Hof aktiv, mit denen wir einen Herbstmarkt planen. Ein Markt, der den Besuchern die Möglichkeit bietet, Einblicke in die Arbeitsprozesse zu erlangen, Werke zu betrachten und zu erwerben sowie in kulturellen Austausch zu treten. Wir erhoffen uns durch die Förderung Kosten für Arbeitsmaterialien zu decken, um in der Lage zu sein größere Projekte umzusetzen sowie Infrastruktur für Märkte und andere Veranstaltungen zu schaffen.“

Projekt: Herbstmarkt
Bereich: Bildende Kunst
Zeitraum: Okt 21

Julia Stegmann

Julia Stegmann – „Musiktheaterwerkstatt“

„Kinder mussten in der Pandemie auf viel verzichten. Noch immer sind viele Veranstaltungen undenkbar. Kinder lieben Geschichten und Musik. In einem Workshop, der an 3 Wochenenden stattfinden soll (je Wochenendtag 4–5 h), können eiene kleine Gruppe von Kindern (5–6 Kinder) ihr eigenes Musiktheater entstehen lassen. Am letzten Wochenende kommt es zu einer Aufführung für die Eltern und Angehörige oder Freunde. Neben der schauspielerischen Tätigkeit, werden auch viele Instrumente und Musik eingesetzt. Die Räumlichkeiten und Instrumentarium für das Musiktheater stehen zur Verfügung (eigene) Musiktherapiepraxis mit Instrumenten aller Art). Für die Aufführung soll mit Familienzentren / Kirchgemeinden kooperiert werden. Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen 6 und 10 Jahren.“

Projekt: Musiktheaterwerkstatt
Bereich: Musiktheater
Zeitraum: Okt 21 – Nov21

Portrait Patricia Royo

Patricia Royo – „Digitaler und realer Rundgang durch die Kulturstätte Drahtmühle in Grönwohld“

„Digitale Veranschaulichung von Projekten über eine Homepage ist die Grundlage, um die Lust am Kreativsein zu schüren, Zuschauer und Akteure anzulocken. In der Vernetzung von Künstlern und Zuschauern durch gemeinsames Arbeiten an einem Sujet entsteht eine interaktive Ausstellung im Künstlerhaus Drahtmühle. Zugrunde liegen Werke von Horst Wohlers, geplant workshops mit Kindern und Erwachsenen gemeinsam mit Stormarner Künstlern z. B. zur Frottagetechnik an vorhandenen Rindenfundstücken, die in die Ausstellung integriert werden. Das Ergebnis beinhaltet sowohl einen realen als auch einen digitalen Rundgang.“

Projekt: Digitaler und realer Rundgang durch die Kulturstätte Drahtmühle in Grönwohld
Bereich: Kulturvermittlung
Zeitraum: Aug 21 – März 22

Verena Schottmer

Verena Schöttmer – „Der Krug und der gewebte Teppich“

„In meiner Arbeit werden Zitate aus Popkultur und Codes der Gesellschaft mit Erscheinungen von traditionellem Kunsthandwerk verwebt. Für die kommende Arbeit soll der Ausgangspunkt ein Krug und das Wesen eines gewebten Teppichs sein, beides Urgegenstände der Menschheit. Ich möchte, aufbauend auf diesen unentbehrlichen Alltagsdingen eine Arbeit entwickeln, in der Mythos, Existenz, Ironie, das heutige gesellschaftliche Leben und der Schaffungsprozess von großer Bedeutung sind. Die alten volkstümlichen Keramiken (ca. 18. Jahrhundert) aus Norddeutschland – besonders aus Schleswig-Holstein - könnten dafür eine Grundlage sein. So entsteht eine zweidimensionale Arbeit aus Stoff – eine Verwebung, die mit dem Krug, das Gefäß, im Dialog steht.“

Projekt: Der Krug und der gewebte Teppich
Bereich: Bildende Kunst
Zeitraum: Sept 21 – Dez 21

Andreas Klaue – „Erstellung einer Partitur mit Stimmenmaterial"

„Die (alten) Notendrucke in ein heute übliches Notenbild zu setzen, damit es von Musikern gelesen und gespielt werden kann. Damit hätte man die Möglichkeit, dieses Kulturgut einer Zuhörerschaft zukommen zu lassen. Da ich u.a. mit dem "Bachorchester Herzogtum Lauenburg e.V. Ratzeburg" zusammenarbeite, welches auch Konzerte im Kreis Stormarn gibt, könnte ich versuchen, dieses dann erstellte Notenmaterial in die Probenarbeit und einer event. späteren Konzertplanung mit einfließen zu lassen."

Projekt: Erstellung einer Partitur mit Stimmenmaterial
Bereich: Musik
Zeitraum: Aug 21 - bis Jun 22

Moch Portrait v2

Elisabeth Moch – „Website“

„Im ersten Jahr nach meinem Abschluss an der HfbK fallen bereits fünf Gruppenausstellungen sowie eine Einzelausstellung an. Trotz der hohen Sichtbarkeit, die meine Arbeiten während der Coronazeit erfahren durften, fiel mir immer wieder auf, dass es an einer professionellen Website fehlt. Ich würde die Förderung sehr gerne nutzen um mit Hilfe einer erfahrenen Grafikdesignerin eine Website zu erstellen, die überzeugend wirkt und eine Wirkmächtigkeit ausstrahlt, die ich alleine nicht erzielen kann.“

Projekt: Website
Bereich: Webdesign / Bildende Kunst
Zeitraum: Sept 21 – Feb 22

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Beate Kuhlwein – „Leben ist Bewegung / der Norden startet durch“

Beate Kuhlwein ist eine Hamburger Künstlerin. Nach dem Abitur begann Sie zunächst ein Fernstudium der Karikatur und in der Pressezeichnung. Es folgten erste Veröffentlichungen u.a. für den Arena Verlag. Sie studierte anschließend Illustration an der Armgardstraße in Hamburg und machte ihren Abschluss als Diplom-Designerin (Fachrichtung: Illustration). Nach einer Kursassistenz Pentiment (Asia Malerei) gab sie Malkurse für Kinder und Jugendliche an einer Hamburger Schule. Wenn sie nicht gerade sportlich unterwegs ist, Reit- oder Schwimmkurse gibt, malt und zeichnet sie täglich. In ihrem Projekt Leben ist Bewegung / der Norden startet durch, geht es ihr um die „Vermittlung meiner Haltung in verschiedenen Aktionen.“

Projekt: Leben ist Bewegung / der Norden startet durch
Bereich: Illustration in Wort, Bild und Aktivität
Zeitraum: Sommer 21 – Sommer 22

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Tarr Siobhan – „Fliesen"

„Als Künstlerin verwende ich hauptsächlilch altes Porzellangeschirr und indurstriell hergestellte Fliesen. Mit diesen Materialien erstelle ich collageartige Mosaike, Installationen und kleine Skulpturen. Die Fördermitel möchte ich einsetzen, um mir neue Arbeitstechniken anzueignen, meinen Gestaltungsspielraum zu erweitern und mich künstlerisch zu entwickeln. Dafür werde ich die benötigten Materialien und Werkzeuge anschaffen und lernen, wie man Fliesen und Kramikelemente herstellt.“

Projekt: „Fliesen“
Bereich: Bildende Kunst, Keramik
Zeitraum: Okt 21 – Mai 22

Portrait Feldmann

Jenny Feldmann – „Private Öffentlichkeit“

„In Zeiten der Pandemie hat in diversen Bereichen des Lebens eine Vermischung von öffentlichen und privaten Räumen stattgefunden. Ich möchte dieses Phänomen künstlerisch reflektieren, ausdrücken und sichtbar machen. Mich interessiert die Gegenüberstellung von Gegensätzen. Ich möchte Materialien des Alltags dem Kontext des öffentlichen Raumes zufügen, sie vertauschen oder ihnen entlehnen. Mit der Förderung „Perspektiven für Kultur“ möchte ich die neuen, noch frischen Eindrücke visualisieren und diese Beobachtungen der Gesellschaft in Form von künstlerischen Installationen und Objekten zugänglich machen.“

Projekt: „Private Öffentlichkeit“
Bereich: Bildende Kunst
Zeitraum: Aug 21 – Dez 21

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Inken Kamp – „Kunstort im Park“

„Durch die Pandemie habe ich mich als Künstlerin neu definieren müssen und mir als erstes ein größeres Atelier in Reinfelder alfaPark (ehemaliges OpalStrumpfWerk) gesucht um großformatig arbeiten zu können. Um mich in der Region bekannter zu machen und besser zu vernetzen möchte ich im Frühjahr 2022 dort eine Ausstellung mit Künstlerinnen aus Reifeld und Umgebung organisieren.“

Projekt: „Kunstort im Park“
Bereich: Bildende Kunst
Zeitraum: Okt 21 – Mai 22 (8 Monate)

 

Rea Hoegner Schmuck Portrait. Foto Bernd Perlbach

Rea Högner – „Feine Sache!“

„2019 lief nach 16 Jahren die von 5 ortsansässigen Künstler/innen organisierte Veranstaltung KUNST HAND FEST BARNITZ (Kulturpreis des Kreises Stormarn 2018) aus. Ich möchte eine Folgeveranstaltung unter dem Titel „FEINE SACHE“ starten. Die für mehrere Tage auf meinem Grundstück und an ausgewählten Plätzen im Ort Präsentationsmöglichkeiten für mich als künstlerisch-freischaffende Schmuckgestalterin und ausgewählte Gastkünstler aus dem In/ und Ausland (wenn möglich) bietet. Der Titel „FEINE SACHE“ drückt für mich die Qualtität der gezeigten Kunstwerke aus und bietet gleichzeitig die Möglichkeit unterschiedlichste Kunstformen/ - metiers zu zeigen. Darin habe ich langjährige Erfahrung sammeln können und möchte diese auch für neue Ideen einbringen. So kann wieder ein regional und überregional attraktives, vielseitiges Schufenster der Künste entstehen.“

Projekt: „Feine Sache!“
Bereich: Bildende Kunst, Schmuckdesign
Zeitraum: Okt 21 – Jun 22

Foto: Bernd Perlbach

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Thomas Helbing – „Demokratie – Kunst – Demokratie“

„Im Sinne eines Perspektivwechsel möchte ich die ca. 100 Einwohner:innen des Ortsteils Lokfeld dazu einladen, um eine neue Form der demokratischen Teilhabe an kreativen Prozessen auszuprobieren. Menschen lieben Gesichter. Ich möchte sie mit den Mitteln der bildenden Kunst sichtbar machen. Wie? Indem von jeder Person ein Porträt anfertige. Dazu lege ich meine gewohnten Werkzeuge – Hammer und Meißel – aus der Hand und werde zum Dirigenten moderner Technik. Dies wäre denkbar mit den Mitteln der 3D-Projektion und des 3D-Drucks, oder dem Scherenschnitt und der Lasertechnik. Eine reflektierende Aktivität funktioniert nur im Austausch, im demokratischen Kollektiv. Deshalb möchte ich den Teilnehmer*innen Raum für Fragen geben.Kulturelle Bildung ist ein Teil der zu erwartenden Entwicklung. Im Sinne Wittgensteins entstünde Bedeutung durch aktive Bezugnahme. Den Dorfbewohner:innen wird nicht ohne zu fragen irgendein Objekt vor die Tür gesetzt. Sie sind aktiv an der Gestaltung beteiligt, die im besten Fall eine identitätsstiftende Wirkung entfalten kann.“

Projekt: Demokratie – Kunst – Demokratie
Bereich: Bildende Kunst
Zeitraum: Okt 21 – Okt 22

Christine Thomsen – „Musikfunkeln“

„Unter dem Aspekt „Eine neue Zeit für die Flöte“ transformiere ich mein Instrument die Querflöte in wenig bekannte Zusammenhänge. Mit neuen Formaten, Themen, Besetzungen, Arrangements und digitalen Medien. Die Musikfunken sind eine neue Beziehung zwischen der Querflöte und dem Bariton-Saxophon. Es entsteht neu komponierte Jazz-Musik als Grundlage für ein Improvisationsforum. Die Musikfunken entfachen den außergewöhnlichen Stormarn-Sound-Export für ein überregionales musikkulturelles Netzwerk.“

Projekt: Musikfunkeln
Bereich: Musik
Zeitraum: Aug 21 – Mai 22

Der Wettbewerb „Perspektiven für Kultur“ wird vergeben von der Kulturstiftung der Sparkasse Holstein in Kooperation mit dem Stabsbereich Kultur des Kreises Stormarn.

Initiatoren

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Dr. Henning Görtz

Landrat Kreis Stormarn

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Thomas Piehl

Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein