20210501 092618 Musik und Bewegung

So gestalten Eltern einen zehnminütigen Musikspaß für Zwei- bis Fünfjährige

Wenn kleine Kinder kaum noch Spielgefährten treffen und Gruppenaktivitäten höchstens online stattfinden, können Eltern ihrem Nachwuchs durch körperliche Aktivitäten ein Ventil für dessen natürlichen Bewegungsdrang bieten.

von Juliane Ebert-Schulz

Foto: Wie fast alle Kinder ihres Alters begeistert sich Nele (2) für Musik, Instrumente und Bewegung (© Philipp Ebert).

Geschieht dies im Zusammenwirken mit Musik und Rhythmus, wird zudem die ganzheitliche Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit gefördert und es gelingt leicht, die Kinder fürs Mitmachen zu begeistern. Das kann einfaches Tanzen zu Klängen aus dem Radio oder Vor- und Nachklatschen sein oder aber ein kurzes Programm, für das wir im Folgenden einige Anregungen geben. Es eignet sich für Familien mit Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren und kann sowohl in den eigenen vier Wänden als auch im Freien spielerisch umgesetzt werden.

Je nachdem, welche Vorlieben und Talente die Kleinen haben, lässt sich der zehnminütige Musikspaß individuell anpassen.

1. Teil: Tanz – damit die erste Hibbeligkeit abgebaut wird

(Dauer etwa fünf Minuten)

Kinder zwischen 2 und 5 Jahren sind sehr begeisterungsfähig für Musik, Instrumente und Bewegung.

Klassiker mit geringem Aufwand, viel Vergnügen: Einfach einen Lieblingssong anstellen und dazu einen „Stopptanz“ performen. Kinder lieben den Vergleich mit einem Eisblock: Wenn die Musik stoppt, bleiben alle wie eingefroren bewegungslos stehen. Wenn die Musik wieder beginnt, tanzen alle wild drauflos – bis zum nächsten Abbruch der Melodie, wenn sich der Ablauf wiederholt.
Beliebt ist auch das Tanzen mit Seidentüchern oder Tüchern aus anderem halb transparentem Material. Eine Möglichkeit ist, dass sich jeder ein Tuch auf den Kopf legt und nun alle Gespenster sind. Gruselig-witzige Musik wie „Heute Nacht feiern die Gespenster“ passt dazu perfekt (über YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=MO4YMzrJOwE).

Durch die Transparenz der Kopfbedeckung ist das Sichtfeld der Kinder nicht eingeschränkt und sie können sich ungehindert bewegen. Eine andere Variante ist ein Frühlingstanz, bei dem die Tücher umhergewirbelt und gedreht werden. Die Kinder bewegen sich wie Blumen im Frühlingswind.

Ein absoluter Favorit – auch älterer Kinder – ist der „Vogeltanz“. Das Lied stammt von der Playback-CD „Der erste Schritt“ von Corinna Vogel, die es im Doppelpack mit dem gleichnamigen Buch zu kaufen gibt. Für Eltern, die angeleitete Tänze für jede Jahreszeit suchen, sind Buch plus CD eine gute Investition. Dank genau beschriebener Abläufe ist eine musikalische Vorbildung nicht nötig, das Buch ist selbsterklärend und – anders als der Titel es vermuten lässt – durchaus auch für jüngere Kinder geeignet.

Der „Vogeltanz“ ist deutlich hörbar in zwei Passagen unterteilt:

  • Zur langsamen Musik „fliegen“ die großen Vögel (z. B. Adler) mit ihren mächtigen Schwingen langsam durch den Raum.
  • Sobald die schnellere Musik erklingt, flitzen die kleinen Vögel mit flinken Flügelschlägen umher.

Die jeweilige Vogelart bewegt sich nur zu der zu ihr passenden Musik. Wenn man gerade nicht an der Reihe ist, kniet man sich auf den Boden, beugt sich mit dem Oberkörper auf die Beine, macht sich ganz klein und streckt die Arme wie Flügel nach hinten und wartet ab, bis man wieder dran ist – hier hilft der Vergleich mit einem Vogelnest, in welchem man sitzt.

Material: „Der erste Schritt – Einfache Tänze für Grundschule und Kindergarten“ von Corinna Vogel, Buch und CD, Verlag Gustav Bosse, ISBN: 9783764926793, 39,50 Euro.

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Foto © Philipp Ebert

2. Teil: Lieder singen

(Dauer: zwei bis vier Minuten)

Alle beliebten Kinder- und Volkslieder taugen dazu. Begleiten könnt ihr das Ganze mit Handtrommeln, Klanghölzern, Schellenkränzen oder Glockenspielen. Wer nichts davon zu Hause hat, kann sein Kochgeschirr verwenden. Töpfe, Pfannen, Kochlöffel und Plastikschüsseln geben prima Ersatzinstrumente ab. Kinder haben da die besten Ideen. Die einfachste Variante ist natürlich der Einsatz des eigenen Körpers als Rhythmusgeber: durch Klatschen oder Stampfen.

Einer unserer Favoriten zum Mitmachen ist das Lied „Hallo, hallo, wir sagen uns Hallo“ von Gerhard Wanker. Dabei enthält jede Strophe eine andere „Bewegung“ oder ein Geräusch.

Unten steht die Anleitung zu "Hallo" für euch zum Download bereit!

 

Material: „Musik Box 1 – Materialien für den Musikunterricht in der Grundschule“ von Gerhard Wanker und Maria Schausberger, Paket mit Heft und CD, ISBN: 9783900590710, 31 Euro.

3. Teil: Klangmassage

Zum Ausklang dürfen sich bei einer sachten Klangmassage alle entspannen. Hierfür benötigt ihr nur ein Klangholz oder einen Kochlöffel, ersatzweise einen Schneebesen. Das Ganze funktioniert natürlich auch nur mit der Hand. Viele Kinder empfinden den Abstand zwischen sich und der anderen Person jedoch als angenehm.

  • Ein Kind legt oder setzt sich entspannt auf den Boden, das andere Kind (oder der Erwachsene) sitzt daneben oder dahinter.
  • Der Song „Pastorale“ von Secret Garden eignet sich beispielsweise gut, um alle in eine ruhigere Stimmung zu versetzen (über YouTube https://www.youtube.com/watch?v=VUVXeGDa18k).
  • Nun wird das Klangholz wie ein Nudelholz vorsichtig über den Rücken gerollt, nach 20 Sekunden wechselt man zu leichtem Tupfen, danach zum Beispiel zu Wellenmustern und so weiter. Es ist ratsam, dass es bei mehreren Massagepaaren einen Moderator gibt, der die verschiedenen Muster ansagt.
  • Nach circa zwei Minuten werden die Rollen getauscht, sodass jeder der Partner einmal den anderen massiert.

Wir wünschen euch und euren Kindern ganz viel Spaß bei dieser Mini-Musik-Einheit. Wenn euch unsere Anregungen gefallen haben, freuen wir uns, wenn ihr andere Familien auf unser Webmagazin aufmerksam macht, damit auch diese von dem Angebot profitieren können.

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