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Zauberhaftes Buch macht Kindern Mut

vorgestellt von Lesepatin Annelore Penno

„Kotzmotz der Zauberer“ ist eine fantasie- und humorvolle Geschichte von einem wütenden Zauberer und einem kleinen, immer zerzausten Hasen.

Foto: privat

Inhalt

Das Buch zum Selbstlesen oder Vorlesen für Kinder ab 8 Jahren erzählt von Angst, Mut, Freundschaft und Einsamkeit.

Der Zauberer Kotzmotz tobt und schreit seine rabenflügelschwarze Wut zornig in die Welt hinaus. Die Bewohner des Waldes fürchten sich davor und flüchten. Da taucht ein kleiner unbekümmerter, immer zerzauster Hase auf. Der hat keine Angst vor dem Zauberer. Er kennt Streichelworte!

Der kleine Hase ist neugierig und fragt sich, warum der Zauberer immer so wütend ist.

Kotzmotz schreit furchterregend und beschimpft den Hasen als „Hässlichster Wicht … den die Welt je  gesehen hat“ und will „Schneckenschiss“ aus ihm machen. Obwohl der Zauberer einen langen dunklen Schatten wirft, traut sich der kleine Hase in dessen Haus hinein. Erstaunt über dieses dunkle Haus, wundert ihn jetzt gar nichts mehr! In so einem Haus kann man nicht fröhlich sein. Der kleine Hase schaut dem wütenden Zauberer tief in die Augen. Hinter seinen Zorn. Und da sieht er ganz etwas anderes.

Da heute sein Prinzessinnen-Rüschenkleid-möhrenroter-Lieblingstag ist, fasst er einen Entschluss. Er will auf der grünen Wiese mit dem Zauberer frühstücken. Er hat Möhren mitgebracht, Kotzmotz mag aber keine Möhren. Frühstücken möchte er aber schon gerne und er zaubert die seltsamsten Speisen herbei. Es wird ein sehr besonderer Tag und ein besonderes Frühstück - und noch viel mehr sehr Besonderes.

Ein Gewitter und eine Nacht in dem dunklen Haus des Zauberers zeigen, was falscher Zauber, Egoismus und Missverständnisse auslösen können. Dunkelheit und verschlossene Türen schrecken den kleinen Hasen und er hat große Angst. Mutig macht er aber dem Zauberer klar, dass man mit solchem Zauber kein Hasenherz gewinnen kann. Die schönen Streichelworte des kleinen Hasen erreichen aber doch das Herz des Zauberers. Wohin das alles führt, ist eine Überraschung, die wohl niemand so erwartet hat. Auch die Waldbewohner nicht.

Kritik

„Kotzmotz der Zauberer“ ist ein Leseerlebnis und für jüngere Kinder besonders schön, wenn man das Buch vorliest oder abwechselnd mit Kindern liest. Und wenn man beim Lesen der Streichelworte einen Augenblick innehält und sie wirken lässt. Die Kinder lieben es, die fantasievollen Wortkreationen des Zauberers und des Hasen nachzusprechen - und selbst neue zu erfinden. Man kann sich die Worte auf der Zunge zergehen lassen und spüren, was schöne oder hässliche Worte mit einem selbst und mit dem anderen machen. Wie ein hässliches Wort oder eine Beschimpfung sich ausbreiten. Und wie gut liebevolle und schöne Worte tun. Was hässliche oder liebevolle Worte in uns und unserem Gegenüber auslösen ist leider ein sehr aktuelles Thema, wenn man an den respektlosen Umgang der Menschen miteinander in den Netzwerken denkt.

Die „schrägen“ Wortkreationen entwickeln sich aus dem sicheren Selbstwertgefühl des kleinen, immer zerzausten Hasen. Manchmal liegt die Stärke eben ganz woanders als in einer äußerlichen Größe und Übermacht oder in einem langen dunklen Schatten. Eine sehr vorlesenswerte Geschichte, die lange in den Kindern nachhallt.

„Kotzmotz der Zauberer“ von Brigitte Werner, Illustriert von Birte Müller. Erschienen im Verlag Freies Geistesleben, empfohlen ab acht Jahre, ISBN 978-3-7725-2070-9.

Die Rezensentin

Die Freude am Lesen und Vorlesen hat Annelore Penno schon immer begleitet. Nach dem Ende der beruflichen Tätigkeit war dafür endlich genug Zeit. Annelore Penno engagiert sich  seit 2012 ehrenamtlich als Lesepatin und liest in Kindergärten und Schulen vor. Ab 2018 hat sie für die Gemeinschaft der Lesepatinnen und Lesepaten der Bürger-Stiftung Stormarn die Leitung des Bereiches Bargteheide übernommen. Ständig ist sie auf der Suche nach Menschen, die ebenfalls Freude am Vorlesen haben und mit ihr neue Leseangebote entwickeln und Aktionen rund um das Lesen gestalten – beispielsweise mit der Stadtbibliothek Bargteheide, aber auch dem Heimatmuseum oder dem Alten Stellwerk. Die Zusammenarbeit und der ständige Austausch mit den Lesepatinnen und Lesepaten und den Einrichtungen sind für Annelore Penno wichtiger Bestandteil ihrer Tätigkeit.

Penno sagt: „Schön ist, wenn die Kinder angeregt werden, sich selbst Geschichten auszudenken und aufzuschreiben, wie der Wettbewerb Stadt ‒ Land ‒ Welt gezeigt hat.“

 

Hier geht's zum Wettbewerbsbeitrag der elf Jahre alten Schülerin Helena Paegle

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