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Weihnachtskrippe

Wie wird Weihnachten rund um den Globus gefeiert?

Weihnachten ist für viele hierzulande ein Fest, das sie mit einer ganz besonderen Zeit verbinden und das im besten Fall noch von einer stimmungsvollen Schneekulisse begleitet wird. Wir werfen einen Blick über Ländergrenzen hinaus auf die unterschiedlichen Weihnachtstraditionen.

Text und Foto von Martina Weber

Mancherorts wird Weihnachten gar nicht am 24. Dezember gefeiert, sondern erst im Januar, am Tag der Heiligen Drei Könige. Während an einigen Orten der Weihnachtsmann mit seinem mit Geschenken beladenen Rentierschlitten kommt und sie verteilt, ist es woanders das Christkind, Väterchen Frost oder in Italien die Hexe Befana. Sie fliegt nachts auf ihrem Besen von Haus zu Haus und verteilt entweder Geschenke oder bestraft unartige Kinder, indem sie ihnen nur Asche und Kohlestückchen hinterlässt.

Oder der Weihnachtsmann kommt in Badehose auf einem Surfbrett wie in Neuseeland oder Australien. Zwar wird dort auch am 24. Dezember gefeiert, aber da diese Länder auf der Südhalbkugel liegen, ist das Klima ein völlig anderes: Es herrschen Temperaturen von über 30 Grad. Was aber nicht heißt, dass es dort keine Tannenbäume und weihnachtliche Dekorationen gibt, ganz im Gegenteil.

In der australischen Stadt Sydney zum Beispiel wird jedes Jahr ein etwa 26 Meter hoher Weihnachtsbaum aufgestellt, der mit mehreren Tausend Lichtern und Kugeln geschmückt ist. Die Bescherung findet wie in Großbritannien am Morgen des 25. Dezember statt, auch gehören in beiden Ländern Putenbraten oder gefüllter Truthahn zum Weihnachtsfest dazu. Der Weihnachtsbaum wurde dort übrigens erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Tradition, nachdem der deutsche Gemahl von Queen Victoria, Prinz Albert, für sein Weihnachtsfest darauf bestand.

Weitverbreitet ist ebenfalls der Brauch, einen Mistelzweig an die Eingangstür oder an die Decke zu hängen. Begegnen sich zwei Menschen zeitgleich unter einem solchen Zweig, müssen sie sich küssen und eine Beere vom Zweig pflücken. Dies soll ihnen Glück, Gesundheit und Fruchtbarkeit bringen.

Frankreich ist vor allem für seine vielen Weihnachtsmärkte und den opulenten Festschmaus am 24. Dezember bekannt: Traditionell werden sieben Gänge mit 13 Desserts serviert, darunter der beliebte Bûche de Noël, eine Baumkuchenspezialität.

Nicht weniger festlich, dafür aber umso lauter und bunter geht es in Mexiko zu. Dort beginnt die Weihnachtszeit bereits am 16. Dezember, also neun Tage vor dem eigentlichen Heiligabend. Jeder der neun Tage steht für einen Schwangerschaftsmonat von Maria. Sie werden als Posadas bezeichnet und versinnbildlichen die Suche von Maria und Josef nach einer Herberge.

Es gibt viele Straßenumzüge mit großem Feuerwerk und die von Kindern besonders begehrten Figuren aus Pappmachee, die sogenannten Piñatas. Sie sind mit allerhand Süßigkeiten und kleinem Spielzeug gefüllt. Die Kinder schlagen so lange mit Stöcken auf sie ein, bis die Piñatas zerbrechen und sie so an den Inhalt gelangen können.

Am 25. Dezember dann verlagern sich die Feierlichkeiten in den Familienkreis.

In den USA wird bei der Tree-Party mit Freunden und Familie das Schmücken des Tannenbaums ausgiebig zelebriert. Generell ist der Weihnachtsschmuck sehr wichtig. In einigen Städten werden sogar Wettbewerbe ausgetragen, welches Haus die ausgefallenste Dekoration besitzt.

Am 24. Dezember kommt, wie zu Thanksgiving, ein Truthahn auf den Tisch. Die Kinder packen ihre Geschenke erst am nächsten Tag aus, die der Weihnachtsmann über Nacht in die Socken am Kamin gesteckt hat.

In den Ländern, die christlich-orthodox geprägt sind, muss die Bescherung sogar noch länger warten: Zu ihnen zählt die Ukraine, dort ist Weihnachten offiziell erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag. An diesem Tag sollen die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland dem Glauben nach den neu geborenen Jesus in Bethlehem erreicht haben.

Der Datumsunterschied kommt daher, dass sich das Kirchenjahr der orthodoxen Christen an einem anderen Kalender orientiert.

In Spanien ist es wiederum anders. Die Geburt des Jesuskindes wird zwar am 24. Dezember gefeiert, Geschenke gibt es aber erst am 6. Januar, wenn die Heiligen Drei Könige nach ihrer langen Reise angekommen sind, um das Kind mit ihren Gaben zu ehren. In Spanien ist der Weihnachtsbaum nicht so populär; wichtiger sind Lichterketten. Der besondere Augenmerk liegt jedoch auf den Krippen, ebenso wie im Nachbarland Portugal, wo alljährlich spezielle Wettbewerbe die schönste Krippe küren. Dort gibt es auch den Bolo Rei, den Königskuchen: In ihm werden eine Saubohne und eine kleine Figur oder Münze aus Metall mitgebacken. Wer die Bohne findet, muss im darauffolgenden Jahr den Kuchen backen oder kaufen. Wer stattdessen die Münze oder Figur erhält, hat Glück. Die Bescherung in Portugal erfolgt wie in Deutschland an Heiligabend, traditionell aber erst um Mitternacht.

In Russland ist es üblich, erst am 7. Januar Weihnachten zu feiern. Der Tag beginnt mit einer langen Festtagsmesse, die das traditionelle 40-tägige Fasten ablöst, gefolgt von einer ausgiebigen Feier.

Anders als in anderen Ländern üblich, bringt hier das Väterchen Frost mit seiner Enkelin die Geschenke. Der Vorstellung nach ist er ein Zauberwesen aus dem hohen Norden und herrscht über den eisigen russischen Winter. Silvester besitzt mindestens einen genauso großen Stellenwert. Es wird mit vielen Geschenken und einer besonderen Neujahrstanne gefeiert.

In Japan ist Weihnachten kein offizieller Feiertag, doch auch dort verbreitet sich Weihnachtsstimmung: Allerdings ist es eher ein Fest für Paare als für die Familie. An Christmas Eve planen sie ein ganz besonderes Date für sich.

Wollt ihr mehr darüber wissen, wie in Länder wie Indien, Peru, Korea und Thailand Weihnachten gefeiert wird, könnt ihr euch auf der Webseite Weihnachten Weltweit informieren. Dort findet ihr außerdem Bastelideen und Rezepte.

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