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Der Ammersbeker Kulturkreis begeht sein 40-jähriges Jubiläum mit einem ganz besonderen Programm – und hat einen neuen Vorsitzenden.

23.09.2021

AKK Olaf Willuhn Gaby Brockmann3

Vor 40 Jahren wurde der Ammersbeker Kulturkreis (AKK) gegründet. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr bremste die Pandemie Veranstalter und Publikum aus. Doch nun wird endlich groß gefeiert.

Das Sonderprogramm beginnt am Sonnabend, den 25. September, um 19 Uhr mit Sekt und Selters. Olaf Willuhn, Vorstandsvorsitzender des Ammersbeker Kulturkreises (AKK), hält eine kleine Begrüßungsrede, danach stimmt der AKK-Chor Fröhliches und Feierliches an. Gleich im Anschluss um 20 Uhr lesen der Schauspieler Gustav Peter Wöhler und der Autor Christian Maintz humoristische Texte bekannter Autoren wie Busch, Heine, Ringelnatz und Kaleko zu den Themen Essen & Trinken: „Vom Knödel wollen wir singen“. Es gilt die 3G-Regel. Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich: für Mitglieder ab 18 Uhr, für alle anderen ab 18.30 Uhr. Als Dankeschön für ihre Treue zahlen Mitglieder nur den Sonderpreis von zehn Euro, der Normalpreis beträgt 20 Euro.

Am Sonnabend, den 23. Oktober, um 20 Uhr tritt das Reinhold Beckmann Duo mit dem musikalischen Programm „Haltbar bis Ende“ auf.

Am darauffolgenden Sonntag, den 24. Oktober, geht es im Pferdestall heiter weiter mit einem bunten Nachmittag: Die Shantys vom Passat Chor aus Travemünde treten auf, festliche Ansprachen werden gehalten, die Gruppen des AKK stellen sich vor, Pastor i.R. Cord Denker vertellt Plattdütsches – und vieles mehr. Beginn ist um 15 Uhr, der Eintritt beträgt fünf Euro inklusive Kaffee und Kuchen, Nicht-Mitglieder zahlen zehn Euro.

Den Abschluss des Jubiläumsprogramms bildet der Kabarettist Bill Mockridge, einem großen Publikum noch als Erich Schiller aus der „Lindenstraße“ bekannt, mit „Je oller, je doller. Ein Bad im Jungbrunnen“ am Sonnabend, den 11. Dezember, um 16 Uhr. Die genauen Regelungen zum Kartenvorverkauf für Reinhold Beckmann und Bill Mockridge sind abhängig von den dann geltenden Coronaregeln und werden zeitnah zu den Veranstaltungen in der Presse und auf der Homepage ammersbeker-kulturkreis.de bekanntgegeben. Auch für diese beiden Veranstaltungen gilt der Dankeschön-Preis von zehn bzw. 20 Euro.

Noch eine gute Nachricht für Bühnenfans: Mit einem Jahr pandemiebedingter Verspätung feiert die Theatergruppe des AKK endlich wieder Premiere mit Anton Tschechows „Kirschgarten“, neu interpretiert und aufpoliert. Vorstellungen finden am 13., 19. und 20. November um 20 Uhr sowie am 14. und 21. November um 16 Uhr statt.
Eintritt: neun Euro, für Mitglieder sechs Euro.

Der Ammersbeker Kulturkreis hatte von Beginn an ehrgeizige und vielfältige Ziele, als er die „Ammersbeker Abende“ von der Gemeinde übernahm und weiterentwickelte: „Kulturelle Angebote decken nur einen Teil von dem ab, was wir unter ‚Bildung und Kulturleben‘ verstehen möchten“, schrieb Professor Friedrich Wollenberger, der erste Vorstandsvorsitzende des AKK, im September 1981. Weiter: „Wir streben keinen ‚Kulturbetrieb‘ als zusätzliche Konsumquelle an. Kultur ‚vor Ort‘ bedeutet langfristig für uns vielmehr auch: Aktivitäten in unseren eigenen Reihen entdecken und an die Öffentlichkeit bringen, Interessengruppen bilden, Kreativität fördern. Wir möchten Begegnungen ermöglichen, Fremdheit und Aneinander-vorbei-Leben überwinden helfen.“ Das war visionär, mutig und gestaltend. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte wuchs die Zahl der Mitglieder auf heute rund 400. Eine Erfolgsgeschichte mit etwa tausend Veranstaltungen, der Gründung eines eigenen Chors, einer Theater- und einer Kindertheatergruppe, einer Mal-, Foto-, Tanz-, Plattdütsch- und Bastelgruppe und vielen, wirklich sehr vielen Begegnungen.

Dies alles war möglich durch den nimmermüden Einsatz der vielen Ehrenamtlichen und des Vorstands, der Besucherinnen und Besucher, die dem AKK die Treue halten und natürlich den vielen Künstlern und Künstlerinnen, die den Weg „aufs Land“ fanden.

20 Jahre, die Hälfte des Bestehens des Ammersbeker Kulturkreises, war Gaby Brockmann im Vorstand aktiv, die vergangenen sechs Jahre als Vorsitzende. Aus gesundheitlichen Gründen stellte sie sich bei der letzten Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wahl. „Ich bedanke mich bei den Mitgliedern und dem Vorstand für das mir entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Brockmann in ihrer Abschiedsrede. „Die Kindertheatergruppe leite ich weiterhin und ich werde dem Ammersbeker Kulturkreis stets verbunden bleiben. Ich freue mich, dass Olaf Willuhn den Vorsitz übernimmt.“ Dieser dankte der engagierten Ammersbekerin „für ihren unvergleichlichen Einsatz, ihren Ideenreichtum und ihre Standfestigkeit. Nun wird sie kürzertreten, vielleicht die Welt bereisen und doch dem AKK erhalten bleiben.“ Die Aufgabe, in ihre Fußstapfen zu treten, nötige ihm großem Respekt ab: „Das geschieht in dem Wissen, dass mit dem Vorstand und weiteren Engagierten im Verein ein großartiges Team die Geschicke der Kultur in Ammersbek angetrieben hat und weiter vorantreiben wird.“

Der Vorstand ernannte Gaby Brockmann zum AKK-Ehrenmitglied.

Olaf Willuhn lebt hier seit acht Jahren und ist vielen als Grünen-Abgeordneter im Gemeinderat bekannt. Am neuen Ehrenamt begeistert ihn die Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben: „Ich habe in diesem Leben so viel erhalten. Eine gute Bildung bei fantastischen Lehrer:innen, die Möglichkeit, mich zu entwickeln und ein volles Leben. Nun ist die Zeit etwas davon zurückzugeben. Denn ohne zivilgesellschftliches Engagement ist dieses Land ärmer.“ Er sei „voller Freude, in diesem Team ,die‘ Kultur in Ammersbek mitgestalten zu dürfen.“ Besonders liege ihm am Herzen, jüngere Menschen aus Ammersbek und Umgebung für den AKK zu begeistern – sowohl als Publikum als auch als engagierte Mitglieder: „Damit Kultur und der AKK auch weiterhin eine Zukunft haben in Ammersbek.“ Eigentlich wünsche er sich eine:n jüngere:n Vorsitzende:n, verrät Willuhn mit einem Augenzwinkern.

„Kultur ist bunt. Kultur ist Vielfalt, Anregung und Muße genauso wie Reibung, Zuspitzung, Diskurs“, sagt Olaf Willuhn. „Was sie immer erreichen will, ist Kommunikation und Begegnung zu ermöglichen, Gräben zu überbrücken. Sie kann Vereinzelung überwinden helfen, genau wie die Gründer des Ammerbeker Kulturkreises es sich wünschten. Und wie es auch heute noch Ziel des Ammersbeker Kulturkreises ist.“ Die Vereinzelung durch die Corona-Pandemie hat die Menschen hart getroffen. Auch der AKK musste viele Veranstaltungen absagen oder verschieben, Arbeitsgruppen durften sich nicht treffen. Olaf Willuhn: „Umso mehr freuen wir uns, dass wir nun wieder Kultur in Ammersbek auf die Bühne des Pferdestalls bringen können.“

Bilder von Olaf Willuhn/Gaby Brockmann Copyright AKK